Digitalisierung im Gesundheitssektor

So viel Potenzial kann in diesem Sektor noch ausgeschöpft werden

Die Digitalisierung hat auf keinem Gebiet so wenig Spuren hinterlassen, wie in der Gesundheitsbranche. Dabei würde die Ausschöpfung des darin schlummernden Potenzials so viele Vorteile mit sich bringen.
Der Bedarf an innovativen Digital Health Lösungen ist groß, denn die Digitalisierung schreitet im Gesundheitssektor nur langsam voran. Nun aber beginnen die ersten Unternehmen aus der Gesundheitsbranche, das bislang kaum ausgeschöpfte Potenzial zu erkennen und für sich zu nutzen. Da es besonders in diesem Sektor ständig Innovationen gibt und die Unternehmen sich mit zahlreichen Neuerungen konfrontiert sehen, lohnt es sich vor allem für die Technologie-Giganten wie Google, Apple und Amazon, in die Chancen der neuen Technologien investieren.

Die Geburt eines neuen Healthcare-Giganten

JPMorgan Chase, Amazon und Berkshire Hathaway machten es am Beginn des Jahres vor. Sie wollten ihre Expertise bündeln und in eine optimale Gesundheitsversorgung ihrer Mitarbeiter investieren. Das Vorhaben der drei Unternehmen hatte die Gesundheitsbranche komplett revolutioniert, was auf Kosten herkömmlicher Krankenversicherungen geschah. Deren Aktienkurse brachen aufgrund des Zusammenschlusses deutlich ein. Im Zentrum des Vorhabens stand jedoch nicht die Aussicht auf Gewinn, sondern das Wohlbefinden der Menschen. Ziel war es, die stark steigenden Gesundheitskosten, mit denen Patienten sich in den USA konfrontiert sahen, zu senken. Genauere Details sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Amazon und dessen Partner nicht davor zurückschrecken werden, die neuen Technologien in ihrem Projekt einzusetzen und deren Möglichkeiten für sich zu nutzen.

Die 3 innovativen Großunternehmen werden aktiv

Neben den drei Großunternehmen richten auch weitere Unternehmen ihre Aufmerksamkeit auf den Ausbau der Digitalisierung im Gesundheitssektor. Der Markt und auch die Anbieter sind nun scheinbar offen für die sich eröffnenden Möglichkeiten. Nahezu jeder Mensch ist virtuell vernetzt und immer und überall erreichbar. Der Grund dafür sind die heiß geliebten Smartphones, aber auch Wearables liegen immer mehr im Trend. Diese technisch ausgereiften Gadgets machen es möglich, unsere Gesundheit sowohl unterwegs als auch von Zuhause aus zu überwachen. Dazu gehören zum Beispiel die Daten über den Blutdruck, das eigene Körperfett und die Herztöne, welche an den Arzt des Vertrauens geschickt werden können. So kann die eigene Gesundheit nicht nur kontrolliert, sondern auch verbessert werden.
Durch die erleichterte Kommunikation zwischen dem Arzt und dem Patienten werden außerdem digitale Sprechstunden möglich, sodass langes Warten im Wartezimmer, wenn der Arztbesuch nicht unbedingt notwendig ist, ein Ende hat. Dadurch wird Kundenbetreuung und Kundennähe im Gesundheitssektor ganz neu definiert. Um sich in Verbindung zu setzen wird von nun an nur noch ein stationärer PC oder ein mobiles Endgerät benötigt. Doch auch in diesem Bereich der Kommunikation ist das volle Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft.
Mittlerweile wird vielfach künstliche Intelligenz zur Einordnung von Symptomen verwendet und Apple arbeitet beispielsweise mit der Stanford University daran, Blutzuckerwerte via Smartphone zu messen.
Intelligente Datenbanken können dem Patienten nicht nur dabei behilflich sein, seine Symptome beim Arzt zu artikulieren, sondern sie können sogar eine vorläufige Diagnose stellen. Durch die Vernetzung zahlreicher Daten können außerdem verschiedene Behandlungsoptionen aufgezeigt werden.
Die Technologie kann Ärzte bei ihrer Arbeit maßgeblich unterstützen. Auch die Stanford Universität setzt auf maschinelles Lernen und trainiert einen Algorithmus, welcher bei der Früherkennung von Hautkrebs zum Einsatz kommt. Er arbeitet schon jetzt mit einer bemerkenswerten Genauigkeit von 91 %.
Auch Facebook und Instagram beschäftigen sich bereits seit einiger Zeit mit der mentalen Gesundheit der Nutzer, indem deren Onlineverhalten von künstlicher Intelligenz geprüft wird. Untersucht werden hierbei zum Beispiel die Beiträge, welche hochgeladen werden, sowie auch der Umgang, welcher innerhalb der verschiedenen Communities herrscht. Ziel ist es, Depressionen früh zu erkennen und potenzielle Suizidversuche zu verhindern.

Gesundheitsbezogene Suchanfragen auf Google nehmen kein Ende

Nahezu jeder Mensch gibt seine Symptome bei Google ein. Im 4. Quartal 2017 sind die Suchanfragen zu gesundheitsbezogenen Themen im Vergleich zum Vorjahr um ganze 185 % gestiegen. Fast die Hälfte der Anfragen stammten von Smartphones.
Der Trend zeigt ganz klar, dass sich Patienten gerne vorab im Internet informieren. Doch auch Google stößt an seine Grenzen und ersetzt in keinem Fall einen persönlichen Arztbesuch. Trotzdem zeigt auch der Gesundheitssektor immer mehr Präsenz im Internet und setzt auf die Sichtbarkeit im Netz. Wer im Netz nicht sichtbar ist, wird seine Kunden früher oder später an die Konkurrenz verlieren.

Die Möglichkeiten von intelligenten Datenbanken sind grenzenlos

Aufgrund von Data-Warehouses kann heute eine Vielzahl an Daten gesammelt, verarbeitet und gespeichert werden. Diese Datenbanken spielen in der Zukunft eine immer wichtiger werdende Rolle im Gesundheitssektor, da Patienten immer besser eingeordnet werden können und ihnen dadurch schneller geholfen werden kann. Das Kennzahlensystem hilft außerdem dabei, Informationen besser miteinander zu verknüpfen. Die künstliche Intelligenz, welche hierbei entsteht, kann Leben retten.
Die Datenbanken ermöglichen es, dass im Notfall beispielsweise Insulinpumpen oder Herzschrittmacher ferngesteuert werden können. Dadurch kann dem Patienten schon während des Auftretens erster Symptome geholfen werden.Data-Warehouses bieten jedoch auch weitere Vorteile. Sie speichern die Daten der Patienten nicht nur sicher verschlüsselt, sondern sie machen es möglich, eventuelle Bonusprogramme der Krankenkasse mit gesundheitsfördernden Apps oder persönliche Daten aus dem Fitnessstudio zu verknüpfen. Außerdem können mehrere Fachärzte die Daten einsehen und mithilfe der sogenannten Blockchain-Technologie die medizinischen Vorgeschichten der Patienten analysieren. In Estland wurden mit der Blockchain-Technologie bereits große Erfolge erzielt. Ärzte und Krankenhäuser arbeiten reibungslos zusammen und übermitteln Rezepte an Apotheken mittlerweile digital.

Fazit:

Gerade wenn es um die Gesundheit der Menschen geht, ist es essenziell, das volle Potenzial auszuschöpfen, welches in der Digitalisierung schlummert. Schließlich lohnt es sich immer, sich für eine verbesserte Lebensqualität einzusetzen und in Forschung und Entwicklung zu investieren. Unternehmen können auf diese Weise der Gesellschaft etwas zurückgeben und ihr Image und ihre Reputation dauerhaft verbessern.
Verantwortungsvolle Unternehmen, welche sich für die Verbesserung der Lebensqualität einsetzen, müssen jedoch auch einiges beachten und sich zum Beispiel um die Gewährleistung des Datenschutzes kümmern. Des Weiteren muss ein sicheres Netzwerk aus IT-Systemen aufgebaut werden, was ebenfalls mit viel Arbeit verbunden ist. Auch der moralische Aspekt darf nicht außer Acht gelassen werden, denn die Gesellschaft möchte natürlich nicht rund um die Uhr überwacht werden und legt großen Wert auf die Transparenz des Unternehmens.Die neuen Möglichkeiten der Technologie eröffnen, wenn diese mit Bedacht eingesetzt werden, den Unternehmen, sowie auch jedem einzelnen Menschen neue Türen. Am wichtigsten ist es, keine Angst vor Veränderungen zu haben.

Wie Künstliche Intelligenz lernt, sich selbst zu kreieren

Eigenständige Optimierungsfähigkeit einer künstlichen Intelligenz

Wird der -für viele- unangenehme Beigeschmack einer fortschreitenden „technologischen Weltherrschaft“ außer Acht gelassen, offenbart das Zeitalter der Digitalisierung mit seinen vielschichtigen Funktionalitäten auch ebenso zahlreiche Vorteile. Künstliche Intelligenz beschreibt die eigenständige Fähigkeit des Systems, entsprechende Lösungsansätze für bestehende Problemstellungen zu generieren. Eine Analyse und Auswertung verschiedenster Datensätze wird realisiert, eine Erkennung von Tieren wird ebenso ermöglicht wie auch eine Durchführung anstehender Wartungsplanungen – dank KI geschieht all das komplett automatisch.

Mit dem heutigen Tag sind bereits diverse Werkzeuge am IT-Markt vorhanden, durch welche die Fähigkeit des eigenständigen Erlernens einer künstlichen Intelligenz positiv beeinflusst und simplifiziert werden. Aufgrund der sogenannten AutoML-Funktion, welche für automatisches maschinelles Lernen steht, wird auch ohne einschlägige Programmierkenntnisse eine fortlaufende Optimierung der KI ermöglicht. Dieser vollständig automatisierte Prozess umfasst neben einer primären Sortierung von Daten sowie der darauffolgenden Auswahl und Konfiguration eines geeigneten KI-Modells auch ein laufendes Training.
Dennoch werden für das ausgewählte Modell stets nur vertraute Architekturen angewandt, welche für die zugrundeliegenden Aufgaben- bzw. Problemstellung auch entsprechend geeignet sind. Der Wunsch nach einer künftigen Anwendungsmöglichkeit von innovativen Architekturen ist aufgrund der damit verbundenen Erwartungshaltungen an präzisere, zügigere und energiesparendere Algorithmen dennoch sehr präsent.

Eigenständige Netzbildung einer künstlichen Intelligenz

Da die Menschheit bei der Entwicklung verbesserter Architekturen immer häufiger an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stößt, soll ferner die künstliche Intelligenz an dieser Stelle anknüpfen. Derzeit arbeiten Forscher an der Entwicklung von Systemen, welche zur selbstständigen Bildung ihrer erforderlichen neuronalen Netze fähig sind.
Diese Fähigkeit, die notwendigen Verknüpfungen automatisch zu erkennen, wird fachsprachlich als neuronales Architekturlernen bezeichnen. Innerhalb dieses Prozesses sind die Neuronen im Rahmen des Trainings in der Lage, ihre Verknüpfungen auch außerhalb der aus dem Deep Learning bereits bekannten mehrschichtigen Architektursysteme eigenständig zu bilden.
Dadurch wird ein enormer Anstieg an möglichen Netzwerkarchitekturen bewirkt, der ein erhebliches Potenzial für unbekannte, leistungsfähigere Architekturen mit sich bringt. Folglich wird vom System eigenständig ein Netzwerk kreiert, das optimal auf die entsprechende Aufgabenstellung ausgelegt ist.

Forscher arbeiten an der Entwicklung der leistungsstärksten Bilderkennungssoftware

Obgleich diese Disziplin der Forschung noch in ihren Kinderschuhen steckt und derzeit kaum wissenschaftliche Ausführungen zu diesem Thema veröffentlicht wurden, waren Forscher mit dieser Methode bereits in der Lage, eine künstliche Intelligenz mit der bislang effizientesten Bilderkennungsfunktion zu erschaffen.
Das Training des Systems wurde mithilfe des ImageNet-Datensatzes durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von rund 14 Millionen Bildern, welche seit nunmehr 10 Jahren die häufigste Trainings- und Leistungsbewertungsgrundlage von Bilderkennungs-KIs darstellt.

Als Basis für die künstliche Intelligenz verwendeten Forscher die sogenannte MobileNetV1 Architektur, welche im Verlauf des Trainings eigenständig durch das System modifiziert wurde und eine entsprechende Verknüpfung der Neuronen untereinander erfolgte.
Im Anschluss wurde durch die Forscher der Genauigkeitsgrad der Bilderkennung ihrer KI mit jenem der herkömmlichen Architekturen gegenübergestellt. Daraus resultierte die Erkenntnis einer Überlegenheit ihrer künstlichen Intelligenz gegenüber den konkurrierenden Architekturen. Durch ihre eigenständige Fähigkeit zur Modifizierung konnte ein um rund 20 Prozent besseres Ergebnis als bei der zugrundeliegenden MobileNetV1 Architektur erreicht werden.

Flaschenhals Hardware

Aufgrund der eindeutigen Testergebnisse gehen die Forscher davon aus, dass ihre Methode im Grunde bei jeder künstlichen Intelligenz zu einer Verbesserung beitragen kann. Da die Verknüpfung von Architekturbildung und Trainingsprozess jedoch eine enorme Rechenleistung voraussetzt, erhoffen sich die Wissenschaftler weitere Fortschritte im Bereich spezialisierter Hardware für künstliche Intelligenz.
Diese bilden die Voraussetzung zur weiteren Potenzialentfaltung des neuronalen Architekturlernprozesses. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Methode hervorragend zur Erschaffung einer optimalen Netzwerkarchitektur für spezielle Aufgabenstellungen eignet, ist eine weitere Entwicklung und Optimierung des Prozesses von besonderer Relevanz. Dadurch könnte insbesondere die Nutzung von hochpräzisen und recheneffizienten KIs außerhalb der Cloud-Supercomputer gewährleistet werden.

Digitale Revolution: Wie sieht die Finanzwelt der Zukunft aus?

Digitale Technik, virtuelle Welten und künstliche Intelligenz verändern und beeinflussen unser Leben immer mehr. Ein digitales Zeitalter ist angebrochen. Das bekommt auch der Finanzsektor zu spüren und muss sich daran anpassen.

Wie auch in anderen Bereichen, wird in der Finanzbranche vielfach befürchtet, dass die zunehmende Digitalisierung mit einem massiven Stellenabbau verbunden sein könnte, weil Computer immer mehr Aufgaben übernehmen. Tatsächlich ist es nicht ganz unrealistisch, das durch den vermehrten Einsatz digitaler Technik und künstlicher Intelligenz einige Arbeitsbereiche für Menschen wegfallen werden. Doch Digitalisierung bedeutet auch neue und andere Tätigkeitsfelder, die mit großen Chancen verbunden sind.

Aber nicht nur digitale Workflows beschäftigen den Finanzsektor, auch Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie gewinnen an Stellenwert und verlangen nach Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

Veränderte Berufsbilder: Anpassung und Wandlung sind gefragt

Digitalisierung ist in vielen Branchen zu einem enorm wichtigen Thema geworden. Insbesondere Banken und Versicherungen arbeiten mit Hochdruck an digitalen Unternehmensstrategien. In der Finanzbranche will man für die Zukunft gerüstet sein und den Anschluss an die Entwicklungen nicht verpassen. Kein Wunder, denn die Konkurrenz ist groß und schläft nicht. Gerade alteingesessene Banken und Versicherer haben mit der wachsenden Online-Konkurrenz zu kämpfen, die mit ihrem digitalen Kundenservice und ihrer Vernetztheit vielfach schon einen Schritt voraus ist. Hier hilft nur eine digitale Transformation, die es ermöglicht moderne Kunden zufrieden zu stellen und neue Analysemöglichkeiten effizient zu nutzen. Das die Branche das begriffen hat, zeigen auch aktuelle Zahlen dazu: Während andere Branchen einen durchschnittlichen Digitalisierungsindex von 54 Punkten aufweisen, kommt die Finanzbranche auf 63 Punkte. Für 69 % der Finanzfirmen gehören digitale Modernisierungen mittlerweile fest zur Geschäftsstrategie, wie die Benchmarkstudie „Digitalisierungsindex Mittelstand“ verrät.
Das erfordert natürlich auch einen Wandel der Berufsbilder. Nach wie vor ist die Bankenbranche beliebt bei jungen Menschen, wenn es um die Ausbildung geht. Und die neuen Aufgaben bieten jungen Menschen sicher interessante berufliche Möglichkeiten. Aber es werden auch höhere Ansprüche an sie gestellt, denn die neuen Anforderungen sind komplex. Kundenorientiertheit, Sachkenntnisse und Kommunikationsfähigkeit sind immer noch gefragt, doch auch die sich ständig wandelnden technischen Anforderungen müssen erfüllt werden können.

Was sind die Finanz-Jobs der Zukunft?

In einer zunehmend digitalen Welt werden immer mehr Jobs, die einst Menschen machten, durch Maschinen übernommen. Vieles führen sie günstiger, schneller und genauer durch. Doch die Feinheiten zwischenmenschlicher Kommunikation, Kreativität oder Einfühlungsvermögen werden sie in absehbarer Zukunft nicht ersetzten können – genau die Dinge, die im Kundenkontakt oder bei Verhandlungen so wertvoll sind. Aus diesem Mangel ergeben sich viele Schnittstellen, an denen zwischen Mensch und Maschine Vermittlung und Zusammenarbeit erforderlich ist. Für Menschen, die beides beherrschen bieten sich hier vielfältige berufliche Möglichkeiten.
Bei der britischen Bank HCBC hat man sich Gedanken darüber gemacht und versucht daraus neue Berufsbilder zu entwerfen:

  • Es ist noch nicht allzu lange her, dass Computer sich nur über die Eingabe bestimmter Codes bedienen ließen. Heute ist der Umgang mit digitaler Technik bedeutend einfacher und damit massentauglich. Immer wichtiger wird dabei die Spracheingabe. Sie wird die Kommunikation mit Maschinen zunehmend menschlicher machen. Damit das gelingt, müssen „Conversational Interface Designer“die sprachlichen Fähigkeiten der Maschinen weiterentwickeln und verbessern. Experten für menschliche Kommunikation sind gefragt, um eine problemlose, natürliche Interaktion zwischen Mensch und Technik zu ermöglichen.
  • Der freundliche Schaltermitarbeiter wird noch eine Weile gefragt sein. Kundenberatung und -service finden aber zunehmend auch auf digitalen Wegen statt. Kunden fordern möglichst ständige Erreichbarkeit auf verschiedensten Kommunikationskanälen. Mit der Entwicklung virtueller Realitäten könnten das in Zukunft sogar noch mehr werden. Dennoch müssen Kundenberater einen ganz realen Bezug zu Menschen und Produkten haben. Sie werden damit zum „Universal Service Advisor“. Von ihnen sind Fachkenntnisse und Flexibilität genauso gefragt wie kommunikative Fähigkeiten.
  • Im digitalen Zeitalter bilden Algorithmen die Basis für viele Entscheidungen. Dabei unterliegen sie einem ständigen Wandel durch immer neue Informationen und sich verändernde Bedingungen. Permanente Anpassung ist erforderlich, um optimale Ergebnisse zu gewährleisten. Dafür braucht es fachliche Branchenkenntnisse, die ein Programmierer normalerweise nicht mitbringt. Ein spezialisierter „Alghorithm Mechanic“könnte diese Lücke füllen.
  • Digitale Vernetzung erfordert menschliche Betreuung und Kontrolle. Auch digitale Beziehungen etablieren und verwalten sich nicht aus dem Nichts heraus. Datenverwaltung und Kommunikation über digitale Netzwerke bedarf menschlicher Entscheidungs- und Bewertungsfähigkeiten. An solchen Schnittstellen werden in Zukunft Menschen tätig sein, die als „Partnership Gateway Enabler“bezeichnet werden könnten.
  • Mehr digitale Vernetzung bedeutet auch ein mehr an ablaufenden Prozessen und Interaktionen. Um dabei sichere, effektive und reibungslos ablaufende Workflows zu garantieren ist Prozessoptimierung erforderlich. Ein„Digital Process Engineer“wird gebraucht, um das zu gewährleisten. Er muss den Überblick über die komplexen Vorgänge haben und eventuelle Probleme identifizieren und lösen können.

Kryptowährungen als Potential für die Finanzwelt

Ein weiteres großes Thema für den im Wandel befindlichen Finanzsektor sind die immer bedeutungsvoller werdenden Kryptowährungen. Der allgemeine Zahlungsverkehr läuft immer mehr digital ab. Online-Banking und das Bezahlen mit Karte oder gar per Smartphone sind in unserem Alltag angekommen. Noch findet das in der Regel mit realen Währungen statt. Aber in einer digitalen Welt, in der immer mehr virtuell abläuft, ergibt sich ganz von selbst auch die Frage nach virtuellen Währungsformen, die den neuen Anforderungen und Möglichkeiten im Finanzbereich vielleicht besser gerecht werden könnten.
2009 wurde mit der Einführung des Bitcoin ein erster Schritt in Richtung Kryptowährungen gewagt. Sie haben das Potential zu großen Veränderungen im Finanzsektor. Gerade die damit verbundene Blockchain-Technologie nimmt an Bedeutung zu. Sie kann Finanztransaktionen sicherer, effizienter und einfacher machen und ermöglicht völlig neue Verfahrensstrategien. Auch die Bundesregierung hat das bereits erkannt und die Entwicklung einer Blockchain-Strategie angekündigt. Die Finanzbranche ist nun – auch im eigenen Interesse – gefordert, die neuen Möglichkeiten nutzbringend weiterzuentwickeln und einzusetzen.

Genau kann niemand sagen, was technische Neuerungen und die Entwicklungen im Bitcoin-Sektor in der Finanzbranche auf Dauer bewirken werden. Aber Umbrüche finden bereits statt und sie werden weiter gehen. Das kann Verluste in einigen Bereichen mit sich bringen, aber auch Chancen und Entwicklungen in anderen ermöglichen. Kreatives Potential und zwischenmenschliche Kompetenzen werden dabei auch weiterhin gefordert sein – und die wird in absehbarer Zukunft keine künstliche Intelligenz ersetzten können.

Künstliche Intelligenz soll künftig Verkehr in Wuppertal lenken

Neue Pläne in Wuppertal: Um die Luftqualität der Stadt zu verbessern, sollen in naher Zukunft die ersten Projekte des Green-City-Plans durchgeführt werden.

Dem Stickstoffdioxid (NO2) wird nun der Kampf angesagt. Mithilfe einer neuen und vielversprechenden Technologie soll gegen die hohe Belastung der giftigen Stoffe im Straßenverkehr vorgegangen werden. Dies soll mittels Künstlicher Intelligenz, kurz KI, erreicht werden. Dadurch soll auch das zukünftige Dieselverbot in der Stadt verhindert werden.

Diese Projekte haben das Ziel, dass eine KI auf ausgesuchten Referenzstrecken versucht, den Verkehr mit möglichst wenig Verkehrsstockung zu lenken. Dies sei besonders für die Strecken Richtung Süd- und Nordhöhen geplant. Frank Meyer, Umwelt-, Verkehrs- und Stadtentwicklungsdezernent geht davon aus, dass auf diese Weise Emissionen im Straßenverkehr gesenkt werden können. Sein Projekt gab er erst vor kurzem am Schwebebahnhof Alter Markt bekannt.

So soll die KI zukünftig den Verkehr lenken

Das neue umweltsensitive Echtzeit-Verkehrsmanagement hört sich zwar kompliziert an, soll aber in der Praxis einfach funktionieren. Hierfür ist es jedoch nötig, auf der Alexanderstraße das Verkehrsrechenzentrum zu erweitern. Anschließend muss die neue Software auf die ungefähr 350 Ampeln, die den Kreuzungsverkehr in der Stadt regeln, hochgeladen werden. Sprich, die jeweilige Verkehrssituation kann live – entweder über Bluetooth-, Radar- oder Videoerkennung – erfasst werden.

Darüber hinaus sind 30 weitere Road Side Units geplant, die an den Kreuzungen installiert werden. Diese sollen zusätzliche Informationen über den Verkehr an das Rechenzentrum weiterleiten. Mithilfe der KI sollen auf diese Weise Prognosen über die zukünftige Verkehrsentwicklung ausgearbeitet werden.

Um dies in einem Beispiel zu verdeutlichen: Sollte es an einer Kreuzung nötig sein, kann das System selbstständig entscheiden, ob die Grün- oder Rotphase einer Ampel verkürzt oder verlängert wird.

Bundesweiter Vorreiter in diesem Gebiet

Nach Angaben von Meyer sei Wuppertal bundesweit die erste Stadt mit diesem neuen System. Grundsätzlich werden Ampelkreuzungen in Wuppertal mit einem Festzeitprogramm gesteuert, in naher Zukunft soll jedoch künstliche Intelligenz Abhilfe schaffen.

Ein weiterer Vorteil dieses Systems: Es reagiert dynamisch und passt sich an die jeweilige und sich ständig verändernde Verkehrssituation an. Ziel ist es hierbei, Staus zu vermeiden, da anfahrende und stehende Fahrzeuge besonders starke Emissionen erzeugen. Dies ist jedoch nicht nur auf der Talachse der Fall, sondern betrifft auch den Verkehr in Richtung Berge.

Persönliche Daten trotzdem gesichert

Alle Daten, die das System während seiner Aufnahme erhebt, bleiben anonym und werden auch nicht gespeichert. Somit sei der Schutz der persönlichen Daten gegeben, so auch Abteilungsleiter für Straßenverkehrstechnik, Rolf-Peter Kalmbach.

Das neue Verkehrssystem soll noch dieses Jahr an der Westkotter Straße, der Carnaper Straße, der Gathe und der Briller Straße getestet werden. Weitere Einsätze erfolgen ab 2020, andere wiederum erst ab 2021.

Stickstoffreduktion in Nähe des Grenzwertes möglich

Mithilfe der KI-gesteuerten Ampeln ist daher eine Reduktion von bis zu fünf Mikrogramm Stickstoff je Kubikmeter Luft zu erwarten. Kalmbach sowie andere Experten sind sich sicher, dass somit die Möglichkeit bestünde, zumindest in die Nähe des Grenzwertes 40 Mikrogramm zu gelangen. Auf diese Weise können laut Meyer auch zukünftige Dieselfahrzeugverbote erfolgreich verhindert werden.

Das neue Verkehrsleitsystem will jedoch auch Auto- und LKW-Fahrer mit einbinden. Dazu wird eine neue App namens „Traffic Pilot“ entwickelt, die jedem Smartphone-Nutzer anzeigt, mit welcher Geschwindigkeit dieser beispielsweise noch eine grüne Ampel erreicht. Laut Kalmbach soll dadurch der Verkehr noch weiter harmonisiert werden.

Der Green-City-Plan umfasst neun Punkte und wurde bereits Ende 2017 der Bundesregierung vorgelegt. Mittlerweile beläuft sich die Förderung auf knappe 1,9 Millionen Euro. Geplant sind Investitionen bis rund 4,3 Millionen Euro.

Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Finanzbranche

Wie sich die Digitalisierung auf die Finanzbranche auswirkt

Der technische Umbruch mischt die Karten im Finanzsektor völlig neu. Wer heute ein Gewinner ist, kann morgen schon zu den Verlierern gehören.
Die Finanzkrise ist nun bereits zehn Jahre her und immer noch stehen die Banken Europas vor einem enormen Problem, das sie immer weiter aufschieben. Die in ihren Bilanzen verzeichneten Kredite ergeben aktuell eine Summe von etwa 790 Milliarden Euro. Vor vier Jahren lag dieser Betrag sogar bei einer Billion Euro, es ist also immerhin ein Fortschritt zu erkennen.

Peter Riedel, Mitarbeiter einer jungen Finanzplattform namens Debitos, warnt dennoch, denn es handelt sich nach wie vor um eine immense Summe, über die nicht hinweggesehen werden darf.

Die Frankfurter Firma trägt dazu bei, dass sich diese Zahl verringert. Im Jahr 2013 startete sie als Online-Plattform, die es Banken und Investoren ermöglicht, Kredite auszuhandeln. Alle Vorgänge sind völlig transparent, die Preise werden optimiert und den Käufern wird ein paneuropäischer Markt geboten.

Im Herbst 2018 kam der bislang spektakulärste Deal zustande. Der bekannte amerikanische Investor Cerberus erwarb im Rahmen einer Versteigung online über Debitos ein aus Italien stammendes Portofolio fauler Kredite im Wert von 2,1 Milliarden Euro. Was mittlerweile innerhalb einiger Wochen abgeschlossen ist, dauerte früher Monate, da sowohl Berater als auch Banken und Investoren über den Verkauf solcher Kredite erst einmal ausführlich verhandeln mussten.

Nicht ohne Investitionen

Wie die Firma Debitos zeigt, hat die Revolution des Geldgeschäfts schon längst begonnen. Junge Fintechs gehören nun selbstverständlich zur Finanzszene und fungieren sowohl als Konkurrent als auch als Partner von Versicherungsunternehmen und Bankinstituten. Der digitale Wandel gehört auch bei einer Vielzahl etablierter Spieler unlängst zum Alltag.
Dass es der Deutschen Bank finanziell nicht gut geht, ist kein Geheimnis. Trotzdem bedient sich Vorstandschef Christian Sewing an 13 Milliarden Euro, um sie für Investitionen in den Bereichen IT und Digitalisierung zu nutzen. Bereits im Vorjahr äußerte er sich dass es innerhalb der Digitalisierung kein Mittelfeld geben werde und bleibt dieser Maxime treu.

Folglich steht die gesamte Finanzbranche einem Strukturwandel gegenüber. Der technische Umbruch mischt die Karten völlig neu und macht den Abstand zwischen Gewinnern und Verlierern unglaublich klein. Wer heute erfolgreich ist, kann schon morgen alles verloren haben. Neben den Banken können genauso Vermögensberater oder Versicherer betroffen sein.

Die Software-Firma Camunda startete diesbezüglich eine Umfrage unter Managern und kam zu dem Ergebnis, dass 75% der Teilnehmer Direktversicherungen und Online-Makler als enormes Risiko für das Weiterleben traditioneller Konzerne sehen. Sie konkurrieren nun nicht mehr nur noch untereinander oder mit Fintechs, sondern auch mit Unternehmen aus der Technologiebranche, wie beispielsweise Google, Apple und Facebook, denn auch sie dringen nun immer weiter in den Bereich der Finanzdienstleistungen vor.

Codemonekeys.de wird innerhalb der kommenden Wochen eine Vielzahl von neuen Megatrends vorstellen, die die Finanzbranche und deren Zukunft enorm prägen werden. Die Bandbreite reicht von Plattformökonomie über Cybersecurity bis hin zu künstlicher Intelligenz. Der Gründer des Fintechs Movens Brett King, der auch als Vordenker der Branche gilt, hat die Banken der Zukunft bereits vor Augen. Zu 100% digital, mobil und mit einem möglichst minimierten Verwaltungsapparat werden sie ausgestattet sein.

Der Großteil der klassischen Finanzmanager teilt diese Meinung. Die Geister scheiden sich jedoch bei dem Untertitel von Kings Buch „Banking 4.0“. Dieser lautet „Banking überall, aber niemals mit einer Bank“ und impliziert den völligen Verlust des Kundenkontakts und die Degradierung zu einem reinen Infrastrukturanbieter. Die Frage, die sich hier stellt ist, ob es ihnen gelingt, den Wandel in eine Plattform zu schaffen, die den Kunden ein vollständig digitalisiertes Ökosystem rund um das Thema Finanzen bereitstellen kann.

Wandel durch Smartphone

Die indische Großbank ICICI macht bereits vor, wie es geht. Sie ging gerade mit einer Plattform für Bankdienstleistungen für Kleinunternehmen und Selbstständige an den Start.
Die Kunden haben die Möglichkeit mehr als 100 Produkte online und über ihr Smartphone zu nutzen, was zeigt, dass das mobile Banking die Finanzbranche jetzt schon revolutioniert hat, wie es King vor Augen hatte.

Gerade für Entwicklungs- und Schwellenländern bringt dieser Wandel enorme Vorteile mit sich, denn so erhalten auch Menschen aus ärmeren Bevölkerungsgruppen, die noch nie ein Bankkonto besessen haben die Möglichkeit, moderne Finanzdienstleistungen zu nutzen. Beispielhaft dafür gilt das digitale Bezahlungssystem Kenias namens M-Pesa. Die Bill and Melinda Gates Foundation verzeichnete in der Subsahara-Region Afrikas einen Anstieg des Anteils der Erwachsenen mit einem mobilen Konto von 12% im Jahr 2011 auf 21% im Jahr 2017. In zehn Ländern der Region verfügen sogar weitaus mehr Einwohner über ein digitales anstelle eines traditionellen Kontos.
Vor allem dieses Beispiel repräsentiert Aufbruch und Fortschritt.

Die Art und Weise der gemeinsamen Arbeit wird durch die digitale Revolution grundlegend verändert, was dazu führt, dass dieser Wandel früher oder später alle Mitarbeiter betreffen wird. Die niederländische ING hat sich bereits „agile“ Organisationsmodelle zu Nutzen gemacht und macht vor, wie schnell man auf Kundenwünsche reagieren kann. Abgeschaut hat sich dies das Bankinstitut unter anderem bei einem Musikstreamingdienst namens Spotify. Auch andere Banken ziehen bereits nach. Die Frankfurter Commerzbank beispielsweise bereitet sich aktuell ebenfalls auf den Weg zur Agilität vor.

Vorreiter birkle IT AG in Deutschland

Das 2016 in gegründete europäische IT-Unternehmen birkle IT AG ist auf die Erstellung von Software-Lösungen spezialisiert, die auf künstlicher Intelligenz basieren und gilt als Vorreiter der Branche innerhalb Deutschlands. Algorithmen der künstlichen Intelligenz machen es beispielsweise möglich, Rechnungen völlig automatisch zu erfassen und alle wichtigen Informationen, wie Namen, Beträge und Bankverbindungen zu erkennen und zu extrahieren. Ohne dass eine manuelle Weiterverarbeitung nötig ist, können diese Daten problemlos weitervermittelt werden. Diese Funktion vereinfacht nicht nur Buchhaltungsprozesse, sondern ermöglicht zusätzlich eine immense Zeitersparnis.

Eine weitere Innovation der Firma ist das besondere Ausmaß der Texterkennung. Bei handschriftlich erstellten Schreiben sind herkömmliche Texterkennungsprogramme häufig keine Hilfe, da sie die einzelnen Zeichen oftmals nicht richtig erkennen können. Die künstliche Intelligenz ermöglicht ein sogenanntes „Deep Learning“, was bedeutet, dass das Programm fähig ist, inhaltliche Zusammenhänge zu erfassen und unleserliche oder unvollständige Passagen selbstständig zu füllen.