Wie Deutschland die KI heute bereits fördert

Deutsche KI Fördergelder

Geht es nach dem Willen der Bundesregierung, dann soll sich Deutschland in den folgenden Jahren zu einem der wichtigsten und größten Standorte für die Entwicklung und den Einsatz künstlicher Intelligenzen entwickeln.

Das bedeutet auch, dass man bereits jetzt Steuergelder in die Hand nimmt und Unternehmen wie verschiedene Projekte gezielt fördert. Aber wohin wandern diese Fördergelder eigentlich? Was sind die Projekte, die der Bund derzeit als besonders wichtig oder unterstützenswert ansieht? Die Politikerin Anna Christmann hat diese Anfrage an die Regierung gestellt und Einblick in die Pläne erhalten.

500 Millionen Euro für 2019 und 2020 vorgesehen

Von den 500 Millionen Euro im Budget geht der Großteil an das Wirtschafts- und Forschungsministerium. Auch das Arbeitsministerium erhält rund 70 Millionen Euro für eigene Projekte. Ein Blick auf die Antwort der Anfrage verrät darüber hinaus, dass offiziell noch keine Gelder für das Verteidigungsministerium vorgesehen wird – hier ist aber bereits bekannt, dass mit der KI gearbeitet wird. Es gibt also neben dem festen Budget auch noch andere Haushalte, aus denen entsprechende Forschungsmittel bezogen werden können. Ein gutes Beispiel für ein ebenso noch nicht auftauchendes Projekt ist eine Software auf der Basis von KI, die Dialekte erkennen kann.

Ein Großteil der Gelder im Forschungsministerium geht zum Beispiel an das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Hier sollen in den folgenden Jahren neue Lehrstühle geschaffen und Mitarbeiter aus der gesamten Welt angeworben werden, um den Standort Deutschland mit entsprechenden Nachwuchskräften zu versorgen. Bisher ist allerdings nur die Einrichtung vorgesehen – bis die entsprechenden öffentlichen Stellen auch wirklich in die produktive Arbeit übergehen können, wird es wohl noch bis in das Jahr 2022 dauern. Aber auch sonst haben die Ministerien klare Pläne für Vorzeigeprojekte, die nicht nur das Prestige der Technik erhöhen, sondern auch die Bedeutung als Standort festigen sollen.

Die Forschungsgelder werden gestreut – vermutlich zu langsam

Das Wirtschaftsministerium und das Umweltministerium haben sich für ihre Ausgaben vor allem sogenannte Leuchtturm-Projekte vorgenommen. Sie investieren in verschiedene Projekte, die gemeinsam mit anderen Zielen des Bundes umgesetzt werden sollen. So gibt es beispielsweise einige Investitionen in Start-Ups, die dabei helfen sollen, die strengen Klimaziele zu erreichen oder den Standort in Hinblick auf die Ansiedlung neuer Unternehmen vorzubereiten. Dabei sucht man sich die Unternehmen aus und stellt auch Fördermittel mit Bewerbungsverfahren zur Verfügung. So können Unternehmen, die in diesem Bereich investieren wollen, im unterschiedlichen Maße auf die entsprechenden Töpfe zugreifen, sofern sie ein interessantes Projekt angehen.

Mit Blick auf die Berichte von anderen Experten-Seiten und des Statements der Politikerin Christmann ist aber auch Kritik am Bund durchaus berechtigt. Man hat sich selbst das ambitionierte Ziel gesteckt, zumindest in Europa zum führenden Standort für die Forschung und die Umsetzung von KI zu werden. Die derzeit zur Verfügung gestellten Fördergelder sind für dieses Ziel aber zu gering bemessen. Auch die unklare und beinahe planlos erscheinende Verteilung der Gelder lässt einiges an Kritik zu. Hier muss der Bund schnellstmöglich nachbessern, damit die Gelder auch wirklich bei Projekten ankommen, die den eigenen Anspruch in Deutschland unterstützen können.

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